Knochenbruch (lat. Fraktur)

Ursachen

Knochenbrüche sind meist Folge einer direkten oder indirekten Gewalteinwirkung im Rahmen eines Unfalls, eines Sturzes, Schlages oder Stoßes. Ein Knochen kann jedoch auch durch wiederholte Überlastung teilweise oder vollständig brechen. Ein solcher Ermüdungsbruch wird auch Marschfraktur / Stressfraktur genannt.

Davon abzugrenzen ist die pathologische Fraktur. Durch eine zugrundeliegende Erkrankung (Osteoporose / gut- oder bösartiger Knochentumor) wird die Widerstandsfähigkeit des Knochens herabgesetzt, so dass schon geringe Kräfte ausreichen, um den Knochen zu brechen.

Vielfach ist ein Knochenbruch mit anderen Verletzungen verbunden. Es können Gefäße und Nerven verletzt werden, die Fraktur kann mit einer Gelenk-Ausrenkung einhergehen. Bei großer Krafteinwirkung sind Mehrfachverletzungen teilweise mit Verletzungen innerer Organe, ein Schädelhirntrauma oder größere Wunden möglich. Bei besonders schweren Mehrfachverletzungen liegt ein s. g. Polytrauma vor.

Diagnostik
  • Klinische Untersuchung
  • Bildgebung: Röntgen, Ultraschall (v.a. bei Kindern), als weiterführende Diagnostik: CT ggf. MRT

Einteilung der Frakturen

Man unterscheidet Frakturen nach mehreren Kriterien:

  • Zahl der Fragmente
  • Lokalisation, z.B. Schaftfrakturen (diaphysäre Frakturen) oder gelenknahe Frakturen (metaphysäre Frakturen)
  • Vollständigkeit (komplett/inkomplett)
  • offene und geschlossene Frakturen

    Frakturen werden heutzutage durch die AO-Klassifikation (systematische Klassifikation der Frakturen der langen Röhrenknochen aus 1958 von der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO)) klassifiziert.

Häufige Komplikationen
  • Verletzungen von Nerven, Gefäßen, Gelenken und anderen benachbarten Strukturen
  • Kompartmentsyndrom (Bei geschlossenem Haut- und Weichteilmantel führt ein erhöhter Gewebedruck zur Verminderung der Gewebedurchblutung, woraus neuromuskuläre Störungen oder Gewebe- und Organschädigungen resultieren)
  • Infektion
  • Pseudarthrose (Ausbildung eines falschen Gelenkes durch nicht erfolgtes Zusammenwachsen der Knochenenden)
  • CRPS / Sudeck-Dystrophie (Komplexes regionales Schmerzsyndrom)
Frakturheilung und Behandlung

Im Wesentlichen muss die Entscheidung getroffen werden, ob eine konservative Frakturbehandlung z. B. Gipsruhigstellung erfolgen kann, oder ob eine operative Behandlung erfolgen muss. Bei operativem Vorgehen erfolgt meist eine offene Reposition der Knochenbruchteile und deren anschließende Fixierung durch eine Osteosynthese. Generell empfiehlt sich eine operative Korrektur bei mehreren Fragmenten, nicht geschlossen reponierbaren Frakturen, bei anhaltenden Instabilitäten, bei Frakturen, die ins Gelenk reichen. Eine absolute OP-Indikation besteht bei Vorliegen eines arteriellen Verschlusses, einer Nervenverletzung oder eines Kompartmentsyndroms. Auch bei offenen Frakturen erfolgt meist eine Operation.

Möglichkeit der Frakturstabilisierung:
  • Schrauben- / Plattenosteosynthese
  • Nagel- Drahtosteosynthese
  • Fixateur extern (äußerer Lastträger)
  • Prothesenversorgung